Drei Dinge, die bei Real Madrid - Manchester City auffielen: Eine schlechte Verschwörung gegen Trainer Xabi Alonso
War es das nun für Xabi Alonso? Das Champions-League-Duell zwischen Real Madrid und Manchester City, das im Vorfeld als "Endspiel" für den ehemaligen Leverkusener Erfolgscoach deklariert worden war, ging aus Alonsos Sicht mit 1:2 (1:2) in die Hose. Aber: Eine mögliche Verschwörung gegen den Trainer war dabei nicht auszumachen. Dennoch warf die Partie Fragen auf. Drei Dinge, die auffielen.
Real Madrid: Coach Xabi Alonso im Gespräch mit Jude Bellingham
Fotocredit: Getty Images
Real Madrid hat den Kracher am 6. Champions-League-Spieltag gegen Manchester City 1:2 verloren und damit seinen angezählten Trainer Xabi Alonso noch weiter in Bedrängnis gebracht.
Dabei bewies das Team des Ex-Leverkuseners, das durch Lichtblick Rodrygo in Führung gegangen war (28.), Moral und präsentierte sich nicht wie eine Gruppe von Verschwörern.
Dennoch reichte es einmal mehr nicht, nach nur zwei Siegen aus den vergangenen acht Pflichtspielen hängt Alonsos Zukunft am seidenen Faden - auch, weil eine erfolgversprechende Handschrift fehlt.
Drei Dinge, die bei Real Madrid gegen Manchester City auffielen.
1.) Die laienhafte Verschwörung
Der Fußball und die Schnelllebigkeit - zwei Begriffe, die unweigerlich miteinander verbunden sind. Bei einigen Klubs enger, bei anderen weniger eng.
Real Madrid ist so ein Klub, bei dem die Schnelllebigkeit so schnell ist, dass sie sich gewissermaßen selbst überholt. Zeit, um in Ruhe so etwas wie einen neuen Spielstil zu etablieren? Da kann man sich in den - mutmaßlich sündhaft kostspieligen - Sesseln auf der Chefetage nur lauthals lachend auf die Schenkel klopfen.
Bei den Königlichen ist alles, was ergebnistechnisch nicht "real" (königlich) ist, eben nicht gut genug. Das muss Xabi Alonso nun schmerzlich am eigenen Leibe erfahren. Nach nicht einmal einer halben Saison steht der Coach, nach dem sie sich im Bernabéu so lange die Finger geleckt hatten, bereits vor dem Aus.
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Jude Bellingham von Real Madrid
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Die Niederlage gegen ManCity dürfte Xabis Hoffnungen auf ein langfristiges Engagement bei seinem Ex-Verein nicht zwingend nähren, allerdings dürfte ihm während der 90 Minuten aufgefallen sein, dass seine Mannschaft sich nicht oder wenn, dann sehr laienhaft, gegen ihn verschworen hat.
Nach intensiver Beobachtung der spanischen Presse in der jüngeren Vergangenheit hätte man dies zumindest annehmen können, regelmäßig hieß es, Alonso habe aufgrund seiner Disziplin-Affinität die Kabine oder zumindest prominente Teile derselben verloren.
Im Duell mit den Citizens stand keine Mannschaft auf dem Platz, die den Trainer loswerden will. Dafür war die Moral zu groß, der Glaube an den Ausgleich zu unbändig. Diesen Eindruck untermauerte auch Keeper Thibaut Courtois: "Xabi? Wir sehen für ihn keine Bewährungsproben. Wir wollen die Spiele gewinnen und in der Liga haben wir zu viele Punkte liegenlassen. Aber wir stehen hinter unserem Trainer und haben hundertprozentigen Einsatz gezeigt."
Fürwahr, aber: Zwar mangelte es nicht an der nötigen Einstellung, die Frage nach Xabis Handschrift muss aber dennoch gestellt werden. Ein wirkliches Konzept (wie zu seiner Zeit bei Bayer 04) ist auch nach einigen Monaten nicht erkennbar.
Und in Kombination mit ausbleibenden Erfolgserlebnissen stimmt diese Erkenntnis nicht sonderlich optimistisch.
2.) Lichtblick Rodrygo
Nein, es ist bislang nicht die Saison des Rodrygo.
20 Pflichtspieleinsätze (die meisten allerdings als Joker) standen vor dem Spiel gegen City in der laufenden Spielzeit für den Brasilianer zu Buche, ein Tor suchte man bisher vergeblich.
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Entsprechend bescheiden dürfte die Freude der Blancos-Fans gewesen sein, als Rodrygo von Xabi zum Startelf-Ersatz des verletzten Kylian Mbappé auserkoren worden war.
Doch der traditionell anspruchsvolle Anhang sah schnell, was die Stunde geschlagen hatte. Rodrygo biss sich von der ersten Minute an mit beeindruckender Vehemenz ins Spiel, ackerte und dribbelte, avancierte prompt zum auffälligsten Akteur auf dem Feld.
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Xabi Alonso und Rodrygo
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Folgerichtig durfte sich der 24-Jährige, der vor der Saison als Abwanderungskandidat gehandelt worden war, über seine Torpremiere freuen. "Ich habe das sehr gebraucht. Ich versuche immer, zu treffen und zu helfen", sagte er im Anschluss.
Auch Übungsleiter Xabi, in dessen Arme der erleichterte Rodrygo nach dem zwischenzeitlichen 1:0 gefallen war, sah in der Leistung seiner Nummer 11 einen der wenigen positiven Aspekte des Abends.
"Ich freue mich für ihn, weil sein Tor war sehr wichtig, jetzt kann es nur aufwärtsgehen. Wir müssen ihn weiter unterstützen", sagte der Weltmeister von 2010 und ergänzte: "Das Tor war die Konsequenz, weil er viele Dinge gut gemacht hat. Das ist eine der guten Nachrichten heute."
3.) Rüdigers fehlende Spielpraxis
Antonio Rüdiger war Ende November nach monatelanger Oberschenkelverletzung zurückgekehrt und ist seither in der Innenverteidigung gesetzt, am Mittwochabend durfte er auch erstmals in dieser Saison in der Champions League ran.
Mit bedingtem Erfolg. Der deutsche Nationalspieler war bei den gegnerischen Angriffen nicht immer auf der Höhe, verlor vier seiner sechs Zweikämpfe.
Besonders ärgerlich aus Sicht der Königlichen, dass Rüdigers Ringereinlage im Strafraum gegen Erling Haaland nach Ansicht der Bilder für elfmeterwürdig befunden wurde.
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Antonio Rudiger brachte Erling Haaland im Strafraum zu Fall
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Den fälligen Strafstoß nutzte Haaland vor der Halbzeit zum entscheidenden 2:1. Auch im zweiten Durchgang ging Rüdiger die Sattelfestigkeit ab - in der 82. Minute kam der ehemalige Stuttgarter gegen Savinho zu spät und hatte Glück, dass sein Foul kurz vor der Strafraumgrenze erfolgte.
Wirklich beschweren können hätte sich der gebürtige Berliner nicht, wenn er von Schiedsrichter Clément Turpin dafür mit der zweiten Gelben Karte sanktioniert worden wäre.
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Slot: "Elfer hätte es in Premier League nicht gegeben"
Quelle: Perform
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